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....Landschaft als Motiv der Malerei gilt in der aktuellen Kunst nicht viel. Vor hundert Jahren war das ganz anders, da gehörte Landschaftsmalerei zu Avantgarde. Ihr Credo, dass -allein die Natur die wahre Lehrmeisterin der Kunst- sei, brachte diese Künstler, von Corot und Courbet bis zu Cézanne, in Widerstreit zum Kunstideal ihrer Zeit, also zu akademischen und zur großbürgerlichen Salonmalerei. Es sei daran erinnert, dass das Arbeiten in der freien Natur, die sogenannte Plein-air-Malerei, eine Art Revolution darstellte und ihren Gegnern als Tod der Kunst galt.
Diese Künstler aber haben der Malerei nicht nur eine neue Bildgattung beschert, sondern überhaupt eine neue Naturauffassung und Naturnähe artikuliert, die wesentlich dazu beitrugen, dass nunmehr Landschaft und Natur bewußt gesehen werden und als neuer Erlebnisraum den sinnlichen und geistigen Horizont der Menschen erweitern. Hinzu kommt heute jener psychologisch wichtige Umstand, dass unsere Welt lückenlos in Besitztümer und Grund-Stücke parzelliert ist, während die Landschaft als Bild allen gehört, gebühren- und steuerfrei. ...
Erwin Birnmeyer, August 1995
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